Die Chroniken unseres Dorfes.....


werden von uns ständig überarbeitet, erweitert und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Viele unserer Mitglieder befassen sich intensiv mit einzelnen Themen und versuchen diese in eine chronologische Reihenfolge zubringen. Zum Teil ist dieses eine sehr Zeitintensive Arbeit.

Geschichte Rantrums in Stichworten

9. – 10. Jahrhundert:

Die friesische Sippe Rante gründet die Siedlung Ranthem

(seit dem 15. Jh. Rantrum)

11. – 13. Jahrhundert:

Ranthem partizipiert an dem damals sich entwickelndem Viehhandel mit den norddeutschen und niederländischen Städten. Das Dorf, das größte der Südergoesharde, hat einen Viehmarkt (Quickmarkt). Die heutige Südermarsch ist zu dieser Zeit noch keine Marsch sondern ein sumpfiges Gebiet, das jedoch Weidemöglichkeiten bietet.

1362:

Eine gewaltige Sturmflut verändert Küstenlinien und Landschaft des südlichen Nordfriesland wesentlich: die Hafenstadt Rungholt versinkt, Husum wird Küstenort, Eiderstedt wird von Festland abgetrennt. Die Südermarsch gerät in den Bereich der Gezeitenströme, Ebbe und Flut und verwandelt sich in ein Wattenmeer.

1381:

Ranthem wird erstmals schriftlich erwähnt – in einer Urkunde über den Verkauf eines Grundstücks, heute Schulstraße 14,

1468:

Mit der Fertigstellung von Kögen vor den Dörfern Wisch, Ranthem, Mildstedt und Rödemis ist der größte Teil der Südermarsch eingedeicht. Damit sind Voraussetzungen für eine starke Viehwirtschaft geschaffen.

1584:

Der Lagedeich wird errichtet, um das Geestwasser von der Marsch abzuhalten.

Ca. 1550 – 1625:

Goldenes Zeitalter der Landwirtschaft. Hohe Agrarpreise, florierender Viehhandel.

Vor 1600:

In Rantrum wird eine Schule eingerichtet.

1626 – 1713:

Eine Zeit der Kriege, von denen das südliche Nordfriesland als Kampf- und Besatzungsgebiet besonders stark betroffen ist. Höfe liegen wüst. An der Pest, eine Begleiterscheinung der damaligen Kriege, sterben 1713 im Kirchspiel Mildstedt 331 Personen.

1714 – 1807:

Eine Zeit des Friedens und der Reformen. Ab 1760 erneut eine Blütezeit der Landwirtschaft. Diese kann jedoch mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten. Lang anhaltende Massenarmut, Armenhaus in Rantrum.

Die Stagnationserscheinungen stimulieren Reformbestrebungen: Kultivierung des Ödlands, Anfänge des Mergelns, Verbesserung der Fruchtfolge (wofür der Rantrumer Jens Clausen den Anbau des Rotklees propagiert).

1773/74:

Verkoppelung des Geestlandes: Die mittelalterliche Feldgemeinschaft wird aufgelöst. Die Bauern können nun über ihr Land frei verfügen.

1799-1804:

Heftige Auseinandersetzugen in der Dorfschaft über die Verteilung der Kosten des Schulhausumbaus. Die Klage führenden ärmeren Einwohner unterliegen im Rechtsstreit.

1807 – 1830:

Eine Kriegs- und Krisenzeit: Napoleonische Kriege (1807 -1815), Dänischer Staatsbankrott (1813), ungewöhnlich lange und tiefe Agrarkrise (1819-1829), Massenelend.

1830 – 1850:

Allmähliche wirtschaftliche Belebung, Modernisierung nach englischen Vorbildern: Einkreuzung des Shorthorns – Mastrinds.

1850 -1914:

Erneute Blütezeit der Landwirtschaft, Höhepunkt der Weidemast, Viehexport nach England (über Tönning) und in die expandierenden deutschen Industriestädte. Anfänge der Mechanisierung (Dreschmaschine). Enorme Ertragssteigerung durch Kunstdünger. Beginnender Wohlstand der Bauern. Rege Bautätigkeit. Anfänge moderner Lebensweise: (Elektrifizierung, erste Waschmaschine). Aufschwung des Vereinslebens.

1885:

Gründung der Meierei: zunehmende Bedeutung der Milchwirtschaft

1910:

Rantrum erhält einen Bahnanschluss

1914 – 1918:

1. Weltkrieg

1922/23:

Schwerste Inflation seit Menschengedenken. Die Bauern verlieren ihr Geldvermögen können sich aber ihrer Schulden entledigen. Sie müssen sich jedoch zu hohen Zinssätzen erneut verschulden, um ihre Wirtschaft nach der Stagnation im Kriege zu modernisieren.

1928 – 1933:

Tiefe Agrarkrise im Rahmen einer allgemeinen Wirtschaftskrise. Angesichts der Steuer- und Zinslasten entsteht die Protestbewegung Das Landvolk. Großdemonstration der Bauern in Husum 1928. Nach Misserfolg dieser Bewegung wenden sich die Bauern der NSDAP zu.

1933 – 1945:

NS-Herrschaft und 2. Weltkrieg. Strikte Regulierung des Wirtschaftslebens mit Preisbindung und Abnahmegarantie im Rahmen der Autarkiepolitik (Selbstversorgung).

1948:

Währungsreform: Gleichzeitige Aufhebung der Regulierungsbestimmungen der NS- und Nachkriegszeit.

ca. 1955 ff:

Motorisierung der Landwirtschaft (Traktor, Mähdrescher), bedeutende Ertragssteigerung und Überproduktion. Strukturwandel. Von 1960 – 2000 sinkt die Zahl der bäuerlichen Vollerwerbsbetriebe um fast 90 % von 58 auf 6. Das Bauerndorf verwandelt sich in eine Gemeinde, in der neben Gewerbe und Dienstleistungen auch Landwirtschaft betrieben wird.

1971:

Abschluss der Flurbereinigung, durch die vor allem der Streubesitz bereinigt werden sollte.

2000:

Einrichtung eines Gewerbegebiets.